Okt 15

Geschichte des Blues – Back to the Roots

Mit dem Wort „blue“ wird ganz allgemein eine Stimmung der Niedergeschlagenheit und Melancholie in Verbindung gebracht. Die afrikanischen Sklaven sangen bei der Arbeit auf den Baumwollfeldern der Südstaaten der USA Lieder, die ihre Entbehrungen und Sehnsüchte beschrieben. Es waren einfache Lieder, die einerseits die Grundlage der sog. Spirituals und anderseits als die Anfänge des Blues angesehen werden.

Charakteristisch für den Blues war eine besondere Intonation, die Blue-Notes. Die Blue-Notes bestehen aus einer klassischen Tonleiter, die durch einen Ton ergänzt wird. Dieser eine Ton erzeugt die melancholische Grundstimmung. Daher der Name Blue-Notes. Blau ist die Farbe der Traurigkeit. Blues ist aber nicht traurig, sondern kann im Gegenteil Freude und Ausgelassenheit ausdrücken.

Diese Lieder wurden meist von Männern gesungen. Inspiration kommt aus aus den Gefängnissen. Viele der sog. „work-songs“ beschäftigen sich mit Themen wie Schwerstarbeit unter großer Hitze, Prostituierten, Gefängniswärtern etc.

Afrikanische und europäische Einflüsse

Der Blues, als eigene Musikrichtung, ist aus der Verschmelzung von afrikanischen und europäischen Musiktraditionen und Musikrichtungen Anfang des 20. Jahrhunderts in den Südstaaten der USA entstanden. Afrikanische Sklaven, die seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts nach Amerika gebracht wurden, hatten ihre traditionelle Musik mitgebracht und sind dort auf europäisch geprägte Musik getroffen. Die afrikanische Musik unterschied sich durch den Rhythmus von der europäischen Musik.

Die meist weißen Einwanderer aus Europa brachten Walzer, Polkas und verschiedenste Volksmusiken mit. Aber auch die klassische Musik ist nicht zu vergessen. Die schwarzen Musiker verwendeten teilweise die europäische Musik und kombinierten sie mit ihrer ursprünglichen Musik. Der Blues war geboren.

Eine der Folgen des amerikanischen Bürgerkriegs von 1861 – 1865, war die Abschaffung der Sklaverei. Es traten Sänger auf, die zum Banjo sangen. Die Gitarre eroberte erst ab der Jahrhundertwende den Blues und ca. ab 1910 gehörte das Wort „Blues“ zum Sprachgebrauch in den USA.

1900 – 1930

Durch den schwarzen Komponisten W.C. Handy, geboren 1873, wurde der Blues erstmals populär. „Memphis Blues“, veröffentlicht 1912 und „St. Louis Blues“, veröffentlicht 1914, beide Nummern von Handy komponiert, waren die ersten Hits. „Crazy Blues“, gesungen von Mamie Smith wurde 1920 aufgenommen und gilt als der erste gesungene Blues-Song. Während der 1920-Jahre schaffte der Blues den Durchbruch und es wurden Millionen Schallplatten verkauft.

1930 – 1940

Die Musik des Südens, als die der Blues bisher gegolten hatte, verbreitete sich Richtung Norden der USA aus. In den Jazz-Bigbands traten Musiker, die ursprünglich aus dem Mississippi Delta stammten, auf. Das Instrument, die Gitarre, wurde elektrifiziert und über Verstärker gespielt. Die Spielart des Jazz und des Blues wurden immer mehr kombiniert. Das zeigt sich auch an den Instrumenten. Das Repertoire wurde erweitert, Drums, Bass, Mundharmonika und Piano wurden verwendet.

Der Chicago Blues hat den groben und direkten Delta Blues durch die elektrische Verstärkung an das Lebensgefühl der Großstadt angepasst und war der erste Bluesstil der in den USA die Massen begeisterte und mit einer gewissen Zeitverzögerung auch die europäische Pop- und Jazzmusik stark beeinflusst hat.

1950 – 1960

Nach dem zweiten Weltkrieg ging der Höhenflug weiter. Viele Bands entstanden und traten erfolgreich auf. Mitte der 50-iger Jahre schien der Boom vorbei zu sein. Die Soul-Music trat ihren Siegeszug an. Ab den 60-iger wurde der Sound rockiger aber die Wurzeln des Blues sind aber immer noch spür- und vor allem hörbar.